Die Abtei mit Kapitelsaal

Das Abteigebäude, Residenz der Äbtissin, wurde 1754 in Fachwerk erbaut. Es steht auf einem alten Gewölbekeller aus dem 13. Jahrhundert und enthält im oberen Stockwerk den prächtigen KapitelsaalBild "Kapitelsaal-Tisch02.jpg" und das Kanonikuszimmer, deren Wände mit Tapeten aus Rupfenstoff bespannt sind, bemalt mit spätbarocken und klassizistischen Elementen in den Tönen Rosa und Grau. Der Saal dient heute nicht nur als Versammlunmgsraum für Stifts-Anlässe, er wird auch für standesamtliche Eheschließungen, Kammermusik und andere Veranstaltungen, wie z.B. Seminartage, Vorträge oder Symposien genutzt.

Bild "Kanonikuszimmer-gr.jpg"Hinter dem Kanonikuszimmer mit seinen antikisierenden Ruinendarstellungen befindet sich das ehemalige Kanonikusschlafzimmer mit einigen Ausstellungsstücken, die zum größten Teil aber nun im neuen Ausstellungsraum gezeigt werden: ein zu einem Altarbehang umgestaltetes, farbig besticktes Stiftsdamenkleid aus der Rokokozeit, eine spätgotische Mönchsfigur und Aufschwörungstafeln von Stiftsdamen u.a.m.

An den Wänden in der Eingangshalle und im unteren Flur der Abtei befinden sich die Wappen der Kapitularinnen der letzten Jahrhunderte. Ein Antependium (Altarbehang) aus dem 13. Jh. wurde 2002 in der Abtei gefunden und ist inzwischen aufwändig restauriert worden. Es ist eine venezianische Arbeit und zeigt die Luftfahrt Alexander des Großen nach einer Legende von Ulrich von Etzenbach (1271-1286)
Foto: Frauke Albrecht (KREISZEITUNG)
Zwei hölzerne Altar-Tafelbilder wurden 2008 restauriert. Bild "Geschichte:Altarbild_restauriert01.jpg" Sie zeigen auf der einen Seite Rokoko-Malerei, die zu den Motiven der Altarspitze (Rokoko) passen, die in der Stiftskirche im nördlichen Seitenschiff ausgestellt wird und waren auf der Rückseite grau überstrichen. Infolge aufwändiger Untersuchungen mit UV-Licht (auf Betreiben der Altäbtissin Barbara v. Wallenberg Pachaly) wurden mittelalterliche Motive unter der Übermalung entdeckt. Nach der Restaurierung zeigt die eine Tafel nun Jesus auf dem Ölberg mit drei schlafenden Jüngern, die andere Tafel den kreuztragenden Christus. Aufgrund vorhandener schriftlicher Aufzeichnungen handelt es sich bei den Tafeln um die Flügeltüren eines Altars von 1480. Er wird nun im neuen Ausstellungsraum den Betrachtern präsentiert.